14.10.09

Ein Sprungbrett in die Zukunft – Der createurope Fashion Design Award geht in die zweite Runde.

Für die meisten Nachwuchsdesigner führt der Weg zum eigenen etablierten Modelabel nicht selten über die Teilnahme an Designwettbewerben. Je nach Zielsetzung und Ausrichtung erweisen sich diese oftmals als Brücke zwischen Ausbildung und Grundstein zum ersten eigenen Unternehmen. Teilnamemöglichkeiten gibt es viele, die Kunst liegt darin, aus dem unüberschaubaren Wettbewebsangebot das passende Sprungbrett zur Verwirklichung der eigenen Vorstellungen zu finden.
Mit dem createurope Fashion Design Award pflanzte das Goethe-Institut in Zusammenarbeit mit EUNIC Berlin, der Gemeinschaft der europäischen Kulturinstitute in Berlin, im vergangenen Jahr ein weiteres Angebot in die Fashionaward-Landschaft. Erneut mit der Quelle GmbH als Hauptsponsor im Rücken und Dirk Schönberger, Kreativdirektor von Joop!, als Schirmherr geht der Wettbewerb in diesem Jahr in die zweite Runde.
Wie schon 2008 haben junge Designerinnen und Designer, sowie Modestudenten aus ganz Europa die Möglichkeit, sich innerhalb der viermonatigen Bewerbungsfrist auf einen der Förderpreise zu bewerben. Finanzielle Unterstützung versprechen die Preise nicht, sondern verfolgen vielmehr das ideelle Ziel, „die Kreativszene europaweit nachhaltig zu fördern und zu vernetzen“, heißt es im Pressetext.
So erwartet den Gewinner des „Best Upcoming Designer Awards“ das „Ein-Jahr-Berlin-Paket“: Neben 12 Monaten freier Unterkunft in Berlin, Coaching in Vertrieb, Marketing, Kommunikation und Einkauf auch die Präsentation auf Modemessen, Betreuung durch professionelle Modemacher in Berlin und auf Wunsch die Entwicklung einer eigenen Kollektion für die Quelle GmbH. Der „Best Avantgarde Award“ verspricht sechs Monate freie Unterkunft in Berlin. Der „Best Student Award“ prämiert den Werdegang eines Outfits – von der Skizze, über die Zeichnungen, Stoffproben, Farbmuster bis hin zum fertigen Modell – und ermöglicht dem Gewinner ein vier- bis sechsmonatiges Praktikum in den Abteilungen Design, Marketing, Werbung, Einkauf und Vertrieb bei der Quelle GmbH in Nürnberg. Zusätzlich vergibt das Publikum über ein Online-Voting den „Best Audience Award“, der ein dreimonatiges Praktikum in Village des Créateurs in Lyon umfasst, welches dem Gewinner bei der Entwicklung einer eigenen Kollektion unterstützen soll.
Darüber hinaus werden sämtliche Gewinnerkollektionen in Fotostrecken im Berliner BLANK Magazin präsentiert. Erstmals sind auch Interessierte aus Nordafrika und dem Nahen Osten eingeladen, sich an createurope zu beteiligen, um den „kreativen Austausch auch über europäische Grenzen hinweg anzuregen“, verrät der Pressetext. So genannte Kick-off Events, die an diversen Standorten Europas stattfinden, tragen ihren Teil dazu bei. Im März dieses Jahres z.B. wirkte createurope als Kooperationspartner beim Avantgarde Fashionfestival „Mados Infekcija“ in Vilnius, Lithuania, im Mai beim Modefestival FestiMode in Casablanca, Marocco, wo auch fünf Finalisten des letztjährigen createurope Awards die Gelegenheit hatten, ihre Kollektionen zu präsentieren.
Jüngstes Event ist die Eröffnung des createurope showrooms in Berlin, der Ende Mai mit einer Ausstellung der Arbeiten des dänischen Designers Ulrik Martin Larsen, eines der Finalisten von 2008, eröffnet wurde.
Dass der createurope Fashion Design Award durchaus ein Sprungbrett für die Karriere eines Nachwuchsdesigners sein kann, beweisen die Werdegänge der bisherigen Finalisten: Die drei deutschen bzw. belgisch/deutschen Teilnehmer standen allesamt im Finale des P&C Designer for Tomorrow Awards während der Mercedes Benz Fashionweek Berlin im Januar dieses Jahres. Michael Sontag, den die deutsche Elle kürzlich zum „Überflieger der jungen Nachwuchsszene“ kürte, war darüber hinaus noch bei der Becks Fashion Experience zu sehen. Cem Cako verhalfen die jüngsten Erfolge u.a. zu einem Stipendium an der Akademie der Künste in Neuseeland, wo er Modestudenten des Abschlussjahres unterrichte. Julia Knüpfer – Siegerin des P&C Designer for Tomorrow Awards – ist Teil des im August im Rahmen der Kopenhagen Fashionweek stattfindenden Projekts „Next Generation Bright Green Faschion“. Als Siegerin des createurope „Best Upcoming Designer Award“ 2008 lebt und arbeitet die litauische Designerin Agne Kuzmickaite derzeit in Berlin, um ihre nächste Kollektion zu entwickeln. Lisa Uhlenbock, Gewinnerin der Kategorie „Best Student Award“ absolviert zurzeit ein Trainee im Headquarter der Quelle GmbH in Fürth. Im Mai dieses Jahres war sie Teil der „Fashion Future Now“ Ausstellung im V&A Museum in London, wo ihre Entwürfe noch bis Januar 2010 zu sehen sind.

Publiziert in J'N'C

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